Im Rahmen eines Projekts habe ich mich zusammen mit Martin Dautzenberg mit dem Thema Solargrafie beschäftigt.

Bei der Solargrafie wird Fotopapier in einer Lochkamera solange belichtet, bis das Foto ohne Entwicklung sichtbar wird. Dieser Prozess kann von einem Monat, bis hin zu mehreren Monaten dauern. Ein markantes Merkmal dieses Verfahrens ist, die Sichtbarkeit der Sonnenlaufbahn, da die Sonne ihre Laufbahn im laufe des Jahres verändert, und dies auf den Fotos sichtbar wird.

Aufgrund der außergewöhnlichen Belichtung, ist das haltbarmachen des Ergebnisses leider nicht ganz leicht. Wenn man es in ein Dunkelkammer-Fixierbad legt, bildet sich die Belichtung zurück, was einen Verlust an Details und Kontrasten bedeutet. Also muss man es abfotografieren oder scannen. In unserem Fall wird das wohl bedeuten: Scanner, Laptop und Lochkamera mit in die Dunkelkammer nehmen, und dann ohne Vorscan direkt mit den optimalen Einstellungen in hoher Auflösung scannen – soweit die Theorie.

In der Praxis sieht es bislang so bei uns aus:
Unsere ersten Lochkameras haben wir aus Pfirsichdosen gebaut. Diese sind von innen schwarz lackiert und mit einer relativ großen Bohrung versehen. Über die Bohrung ist Alufolie geklebt, in die wir mithilfe eines angespitzten Nylonfadens ein ca. 0,35mm großes Loch gestochen haben.

Wir haben 5 gleiche Kameras gebaut, die wir an einer Säule übereinander aufgehangen haben.

Das haben wir gemacht um das Verhalten des Papiers zu untersuchen indem wir eine Art Belichtungsreihe machen. Die ersten Ergebnisse nach 1 und 1 1/2 Wochen waren jedoch noch zu schwach, also haben wir uns für den Weg entschieden die Fotos ins Entwicklerbad zu legen ‘was ja eigentlich nicht Sinn der Sache ist’ – aber wir waren neugierig.

 

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